(English speaking participants: From February 28, 2025, there will be a short summary for you in the lower section.)
Im Februar 2025 haben wir erneut eine große Entbuschungsaktion durchgeführt. Aus den Erkenntnissen der Vorjahre und den äußeren Umständen hatte sich für dieses Mal eine sehr große Aktion entwickelt. Doch lest nun in Ruhe selbst.
Programmablauf
Keyfacts
Für uns drei (Aaron, Alessio und Jona) aus dem Orga Team gilt ganz besonderer Dank den Personen, die die Aktion überhaupt möglich gemacht haben. Dabei sollen sich sowohl die Familien mitgemeint fühlen, die uns ihre gesamte Werkstatt zur Verfügung gestellt haben, als auch jede:r Teilnehmer:in bei der Aktion an sich. Wir drei waren alle sehr im Orga-Stress, aber Eure positive Energie bei der Aktion selbst und danach das überwältigende, liebe Feedback hat uns extrem motiviert weiter dranzubleiben und weitere coole, große Aktionen auf die Beine zu stellen!
Von Aaron geht noch ein extra Danke an die Gruppe Höllsee raus. Roberts selbstgebauter Materialschlitten war ein Segen und eure Dankes Holzscheibe hat so einen Ehrenplatz in meinem Zimmer wie ihr in meinem Herzen 🫶
Die Vorstandschaft bedankt sich ganz herzlich beim engagierten Organisationsteam. Uns ist bewusst, dass es einige Hürden zu meistern gab und Ihr viel Zeit investiert habt. Das Ergebnis gibt Euch recht!
Ein herzlicher Dank auch von unserer Seite an alle weiteren Zahnräder, die diese Aktion zum vollen Erfolg geführt haben. An Pia, an weitere Fachexpert:innen und interessierte Personen vor Ort, an unsere Gäste und Helfer:innen für deren Zeit- und Arbeitskraftspende. Danke für die Unterstützung von Seiten des Zentrums für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern (ZUK), danke für die Kinderbetreuung, die Logistik, das Essen und: Danke für das Kennenlernen, den netten Austausch, die neuen Verbindungen die wir aufbauen konnten.
Was uns auch sehr freut: Die Logistik hat funktioniert (wir sind da noch keine Profis), wir haben viele neue interessante Menschen kennenlernen dürfen und es hat sich niemand bei der Aktion verletzt. DANKE!
Wir würden uns sehr freuen, wenn wir uns wiedersehen. Ihr seid uns im gemeinnützigen Verein herzlich willkommen! Zum Anpacken, Austausch und Wissenstransfer. Schaut Euch gerne mal unter anmeldung.letsdomoor.org an und meldet Euch gerne bei Fragen bzgl. Vereinsmitgliedschaft: Wir entbuschen zwar - wir beissen aber nicht! 🙂
Im Nachgang möchten wir noch auf Diskussionen bzgl. Nachhaltigkeit der Aktion; "bringt das wirklich Etwas" eingehen. Dazu haben wir unseren Pater Karl Geißinger, Leiter der Naturschutzgebiete des ZUK noch einmal extra interviewt. Lest im Folgenden seine Ausführungen.
"Das Hochmoor trocknet zunehmend schnell aus, da die Gehölze immer mehr Biomasse entwickeln und das Moor „aussaugen“." P. Karl Geißinger
Lieber Pater Geißinger, lieber Charly: Was passiert, wenn wir die Gehölze nicht entnehmen? Speziell auf der Hochmoorfläche am Höllsee?
Was passiert, wenn wir nicht die Gehölze entnehmen? Das Hochmoor trocknet zunehmend schnell aus, da die Gehölze immer mehr Biomasse entwickeln und das Moor „aussaugen“. Die Folge, daß das noch rudimentär vorhandene typische Artenspektrum der hochspezialisierten Hochmoorpflanzen und Tiere (Sonnentau, Moorbärlapp, Moosbeere, div Libellen, Schmetterlinge, Käfer-, Ameisenarten….) langsam verschwindet. Wiesenbrüter wie Brachvogel, Wiesenpieper etc. ebenso. Es entsteht also ein anderer Lebensraum z.B. ein Moorwald. Die Entbuschung stoppt sehr wirksam diesen Veränderungsprozeß und wird nachhaltig sein, wenn als (zwingend notwendige) Folgemaßnahme eine Wiedervernässung durchgeführt wird. [...] Bei einem erhöhten Wasserstand können verschiedene Gehölze wie Birke, Faulbaum, Spirke, Vogelbeere, Kiefern und Fichten u.a. nicht mehr wachsen, zudem ist das saure Milieu einem Gehölzwachstum nicht zuträglich. Das Hochmoor wird annähernd wieder einen natürlichen Zustand erreichen, auch wenn möglicherweise in den kommenden Jahren noch da und dort aufkommende Weiden nochmals entfernt werden müssen.
Sehr interessant! Danke für die Ausführungen Pater Geißinger. Wie verhält sich dies auf den Niedermoorflächen am Fuchsbichl und den südlichen Angerfilzen wo die Entbuschungsteams ebenfalls aktiv waren?
Hier wird es schwieriger sein, die aufkommenden Weiden dauerhaft klein zu halten, da der Nährstoff- und Nässegehalt der Böden für Weiden nahezu ideal ist.
Auch hier ist nach der Entbuschung die Wiedervernässung angesagt, mit sehr vielen kleinen Dämmen. Die Hauptsammler müssen mit großen Dämmen verschlossen werden, Überstauungen und dauerhafte Flachwasserbereiche werden an mehreren Stellen entstehen, sodaß zunächst die Klimabilanz durchwachsen sein wird. Ziel aber ist auf diesen Flächen die Steigerung der Biodiversität und Schaffung von neuen Lebensräumen für Limikolen und Wiesenbrüter, auch die Bereitstellung von Nahrungsbiotopen für durchziehende und rastende Vogelarten. Viele dieser Arten sind hoch gefährdet. Sicher werden wir in den nächsten Jahren nochmals vereinzelt Entbuschungen durchführen müssen. Dies aber nur punktuell und in einem viel geringeren Umfang als bei der jetzigen Aktion.
Für die entbuschten Niedermoorflächen wird derzeit ein Wiedervernässungsprojekt und ein Beweidungsprojekt beantragt. Mit Wasserbüffeln, Murnau-Werdenfelser- Rindern, Schottischen Hochlandrindern u.a. sollen dann ganzjährig die Flächen beweidet werden. Insgesamt könnte die Fläche über 100 ha groß werden. Gerade die Wasserbüffel und Schottischen Hochlandrinder sind so robust, daß sie unsere Winter problemlos vertragen und genau in dieser Zeit die aufkommenden Gehölze abfressen. Alte, stark verholzte Sträucher werden kaum gefressen, von daher ist die Entbuschung eine gute Voraussetzung für die dauerhafte Pflege dieser Niedermoorflächen. Wir hoffen auch hier auf eine schnelle Steigerung der Artenvielfalt, wie dies bereits im Pilotprojekt der letzten 5 Jahre am Fuchsbichl festzustellen ist. Darüber hinaus wird sich das für das ZUK und die beteiligten Landwirte auch finanziell lohnen. Wir produzieren dann gesunde, regionale, hochwertige Lebensmittel, betreiben die bestmögliche Form von nachhaltiger Landwirtschaft, erreichen die höchste Steigerung an Biodiversität, leisten einen Betrag zu Klimaschutz, Grundwasser- und Hochwasserschutz und zum Erhalt der attraktiven Kulturlandschaft um das Kloster Benediktbeuern. Natürlich hoffen wir, daß die Modellhaftigkeit des Projektes viele Bauern interessiert und zur Nachahmung ermutigt.
Wow! Vielen Dank für Deine Zeit und die interessanten Infos und das Aufzeigen der Zusammenhänge, Charly!
Auch die Presse hat unsere Aktion wohlwollend begleitet. Eine kleine Auswahl:
Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/verein-let-s-do-moor-moorschutz-entbuschen-benediktbeuern-zentrum-fuer-umwelt-und-kultur-freiwilliges-soziales-jahr-li.3202014
Folge unseren Inhalten - auch zu dieser Aktion - gerne auf Instagram.
Foto: Franz Wiedemann
Our summary for English-speaking interested parties and also participants in the campaign:
In February 2025, another large-scale tree removal action took place. Based on the insights from previous years and external circumstances, this event turned out to be much larger this time. Here's a detailed, easy-to-read recap:
Friday: Arrival of guests and a specialized lecture by Pia Röder from the Peatland Science Centre at HSWT.
Saturday: Hands-on tree removal activities on bog lands at four locations, followed by an evening discussion session.
Sunday: Wrapping up, breakfast, networking, and departure of guests.
Team Members (Aaron, Alessio, Jona): "A huge thank you to everyone who made this event possible, especially the families who provided an entire workshop. Your positive energy during the event and afterward has been incredibly motivating for us to keep organizing big, awesome actions! Special thanks to the Höllsee group—Robert's homemade material sled was a lifesaver, and your wooden token has a place of honor in my room and my heart 🫶" - Aaron
The board extends heartfelt thanks to the dedicated organizing team. Despite numerous challenges and considerable time commitment, the results speak for themselves. Thanks to everyone who contributed to the success, including Pia, other experts, interested participants, guests, and helpers for their time and effort. We appreciate the support from the Centre for Environment and Culture in Benediktbeuern (ZUK) and thank you for the child supervision, logistics, food, and the opportunity to meet, exchange ideas, and establish new connections.
We are delighted that the logistics worked out (we're still learning), we met many interesting new people, and no one was injured during the activities. THANK YOU!
We hope to see you again soon. You are always welcome in our non-profit association for hands-on work, exchange, and knowledge transfer.
Interview with Father Karl Geißinger: Father Geißinger provided insights on the sustainability of this action. He explained how tree removal is crucial for preventing the bog from drying out due to biomass accumulation. This action preserves the unique species spectrum of the high moor, like sundew, bog club moss, bog cranberry, various dragonflies, butterflies, beetles, ants, and meadow birds. For low moor areas, ongoing removal and rewetting are necessary to maintain species diversity and create new habitats for endangered and migratory bird species. Proposed projects include rewetting and grazing by robust animals like water buffalo and Highland cattle.
Süddeutsche Zeitung: [Link to article]
Merkur: [Link to article]
Let’s Do Moor e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich u.a. für den Schutz und die Wiederherstellung von Moorlandschaften engagiert. Durch Projekte und Aufklärung fördert der Verein den Moorschutz und bietet Freiwilligenarbeit und Bildungsangebote an.